Archiv vom Juli, 2011:
Als ich heute Morgen aufwachte,?
Frage von Nina: Als ich heute Morgen aufwachte,?
hatte ich das dringende Beduerfnis Angela Merkel auf die Ohren zu watschen. Das Gefuehl hab ich nun immer noch..Und nun?
@Tintenfisch….Der Hohn ist, das sie vor Wochen die Verlaengerung des AKW unterschrieben hat und nun erst die Sicherheit pruefen will. Tsssssssssss
Beste Antwort:
Answer by Mike M
Und nun musst Du bis zur nächsten Wahl warten, da kannst Du sie dann abwatschen
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(B308) Henthaler: Ratschen und Watschen
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Sind frommer und atheistischer Extremismus nicht nur zwei Erscheinungsformen desselben Phänomens?
Frage von Musiker: Sind frommer und atheistischer Extremismus nicht nur zwei Erscheinungsformen desselben Phänomens?
Nach gut anderthalb Jahren bei YC weiß ich, daß einige, die hier pointiert, bisweilen sogar ausgesprochen polemisch atheistische Positionen vertreten, ursprünglich eine sehr strenge, extreme christliche Sozialisation durchlaufen haben, sei es katholisch, sei es evangelisch (hier anscheinend vor allem freikirchlich) oder auch in einer Sekte. Bis sie eines Tages den christlichen Glauben über Bord geworfen und das als einen Akt der Befreiung erlebt haben. Ich frage mich: hätten sie heute vielleicht eine andere Einstellung und einen anderen Zugang zum christlichen Glauben, wenn sie ihm in einer freieren und befreienderen Variante begegnet wären?
Ich habe auch umgekehrt Menschen kennengelernt, die aus einem völlig atheistischen und z.T. auch christentumsfeindlichen Umfeld stammen und sich dann zu einer sehr radikalen Form des christlichen Glaubens bekehrt haben (bei manchen von ihnen hat sich diese „Bekehrung“ allerdings irgendwann als Strohfeuer erwiesen, das genauso schnell wieder erloschen ist, wie es aufgeflackert war).
Es wäre schön, wenn zu dieser Frage keine Watschen gegen „die Gläubigen“ oder „die Atheisten,“ sondern ehrliche Erfahrungsberichte kämen!
Danke schon mal an diejenigen, die mit dem geantwortet haben, wonach ich gefragt habe: mit eigenen ehrlichen Erfahrungsberichten. Schade, daß einige es auch bei dieser Frage einfach nicht lassen können, Watschen zu verteilen.
@rotescamel: meinst Du nicht, daß Du Dich da ein klein wenig überschätzt? Woher willst Du so genau wissen, daß denjenigen, die die Diskussion mit Dir abgebrochen haben, die Argumente ausgegangen sind? Ich für meinen Teil möchte niemanden „schlagen,“ weder mit meinen noch mit seinen eigenen Waffen, aber wenn ich merke, daß jemand ein Gespräch mit mir als „Schlachtfeld“ betrachtet, auf dem er mich zur „Aufgabe“ zwingen will, beende auch ich das Gespräch. Nicht weil mir die Argumente ausgingen, sondern weil es mir einfach zu blöd ist. Wenn der andere dann meint, er hätte mich „geschlagen,“ mag er von mir aus gern seinen Spaß und seine Freude daran haben.
@LOKI der Zehnte: wenn sich Deine Gespräche mit Theisten allesamt auf einen einzigen Punkt zurückführen lassen, muß diese Engführung irgendwie an Dir liegen. Meine Gespräche mit Atheisten sind weitaus vielseitiger und vielschichtiger.
Zu Deinem Stichwort „Beweispflicht:“ ich bin Dir zu überhaupt nichts verpflichtet, genauso wenig wie Du mir zu irgend etwas verpflichtet bist. Außer zu einem fairen Umgang miteinander. Daß sich die Existenz Gottes weder beweisen noch widerlegen läßt, gehört nun wirklich zu den Aussagen, die völlig zweifelsfrei wahr sind. Die Behauptung, an einen Gott zu glauben, dessen Existenz man nicht „nachweisbar und im wiederholbaren Experiment“ beweisen könne, sie lächerlich, ist ihrerseits lächerlich.
Zu Deinem Stichwort „Konfrontation:“ WER hier die Konfrontation sucht, mögen unvoreingenommene Leser Deiner Antwort (und auch vieler Deiner Antworten zu anderen Fragen) selber beurteilen.
Im übrigen hast Du mit keinem einzigen Wort auf meine Frage geantwortet.
@fletcherC: daß Du Schubladen-Denken ablehnst, gefällt mir. Darin, daß Religionen die von Dir angesprochenen schädlichen Auswirkungen haben KÖNNEN, stimme ich Dir zu. Du hast den Glauben an Gott abgeschüttelt – das ist Dein Weg, ihn zu bewerten oder zu beurteilen steht mir nicht zu. Die Behauptung, die Nichtexistenz Gottes sei eine „Tatsache,“ ist jedoch schlicht falsch, weil die Existenz oder Nichtexistenz Gottes nicht als (objektive) Tatsache „wißbar“ ist, sondern Glaube und Nichtglaube auf unterschiedlichen DEUTUNGEN derselben Tatsachen beruhen. Wenn Du aber den Gläubigen mangelnde Intelligenz und Vernunft und einen Mangel an Stolz und Rückgrat unterstellst, ist das einfach nur billige Polemik.
@Mike: die Behauptung, daß es keinen Gott geben könne, ist ebenso unbeweisbar wie die Behauptung, daß es einen Gott gebe.
Im übrigen hast auch Du nicht auf meine Frage nach den Zusammenhängen und Übergängen zwischen religiösem atheistischem Extremismus geantwortet.
@Thomas Mogut: natürlich kann auch jemand aus einem „gemäßigt“ religiösen Umfeld zum Kritiker des christlichen Glaubens oder zum Atheisten werden, natürlich ist ein extremreligiöses Umfeld keine Voraussetzung dazu. Die Entwicklung, die ich beschrieben habe, ist eine mögliche, die nach meiner Erfahrung gar nicht mal so selten vorkommt und mir auch nicht zufällig zu sein scheint, aber keineswegs eine zwangsläufige.
@Biggi: ich habe nicht behauptet, daß ein Atheist ein Radikaler oder Extremist sei, nur weil er seine Überzeugung offen vertritt. Das ist er erst, wenn polemisch oder aggressiv wird oder die Gläubigen diffamiert.
Auch Du hast aber nicht auf meine Frage geantwortet.
@mausihundi: daß sich Frauen, die vom Christentum zum Islam konvertieren, sehr häufig extrem fundamentalistischen Spielarten des Islam zuwenden, ist mir bekannt. Allerdings ist das keine Antwort auf meine Frage.
Korrektur von Tippfehlern:
In meiner Erwiderung an @LOKI der Zehnte: „sei“ (nicht „sie“) lächerlich
In meiner Erwiderung an @Mike: hinzufügen: „zwischen religiösem UND atheistischem Extremismus“
In meiner Erwiderung an @Biggi: hinzufügen: „… wenn ER polemisch …“
@Heike: bei manchen Menschen ist die Neigung zu Extremismus und Intoleranz so etwas wie ein Persönlichkeitsmerkmal, das von den inhaltlichen Überzeugungen, die er vertritt, letztlich unabhängig ist. Wenn nun jemand von einem Extremismus zu einem anderen wechselt, läge es zumindest nahe, daß er mit der Intoleranz, die sein neuer Extremismus genauso beinhaltet wie sein bisheriger, nun auch diese bisherigen Anschauungen und deren Anhänger (seine früheren “Glaubensbrüder”) ablehnt bzw. sich ihnen überlegen fühlt (vielleicht waren ja Ärger, Enttäuschung oder Verbitterung über die Letzteren überhaupt der Grund für seinen Wechsel?). Es gibt ehemals fromme Atheisten, die sagen: „Wie haben die mich damals manipuliert! Aber jetzt hab’ ich mit dem ganzen Sch.eiß nichts mehr zu tun!“ Und es gibt genauso auch aus atheistischen Verhältnissen stammende religiöse Fundamentalisten, die heftig über ihre gottlose Sippschaft herziehen. Beides habe ich schon erlebt.
@Suzie the pilgrim: natürlich ist auch eine „freiere oder befreiendere Variante“ des christlichen Glaubens kein Garant dafür, daß sie überzeugt und Glauben weckt. Wenn Du schreibst, daß Glaube nicht machbar ist und nicht „vorhersehbar entsteht,“ kann ich Dir darin nur Recht geben.
@erhardgr: vielen Dank für Deine tiefschürfende Antwort. Deine biographischen Ausführungen bestätigen einmal mehr, daß die in meiner Frage genannten Entwicklungen und Zusammenhänge natürlich nur MÖGLICHE Entwicklungen, aber keineswegs zwangsläufig sind. So wenig, wie ein Kritiker des christlichen Glaubens oder Atheist in einem extrem-religiösen Umfeld aufgewachsen sein muß (siehe meine Erwiderung an @Thomas Mogut), so wenig führt eine religionsferne oder atheistische Herkunft zwangsläufig zu einer extremen Religiosität.
@avalon: „Ganz ehrlich“ – in der hier gebotenen Kürze: Fehlen einer Gottheit: ja, es hat auch in meinem Leben Zeiten und Situationen gegeben, in denen mir Zweifel an der Existenz Gottes gekommen sind. Polytheismus: viele polytheistische Religionen sehen in ihren einzelnen Göttern letztlich nur verschiedene Manifestationen einer einzigen Gottheit. Ohne sie christlich zu vereinnahmen oder z.B. den hinduistischen Brahman platt und voreilig mit dem Gott der Bibel gleichzusetzen: hier gibt es eine Ebene der Verständigung und durchaus auch die Möglichkeit, spirituelle Erfahrungen beispielsweise der Hindus auch christlicherseits als echte Gotteserfahrungen anzuerkennen. Mit Pantheismus und Ahnenkult kann ich – ganz ehrlich – nichts anfangen. Unsere Vorfahren haben uns gewiß vieles hinterlassen, auch genetisch (in der Tat ein interessantes Thema!); aber sie selbst sind – das ist mein Glaube – in die (jenseitige) Wirklichkeit Gottes aufgenommen worden.
@avalon: als Nachtrag (hat nicht mehr in das Platz-Limit gepaßt) noch ein Zitat des in kirchlichen Kreisen sehr geschätzten Dichters Matthias Claudius. Selber tief im christlichen Glauben verwurzelt, besaß er ein umfangreiches Wissen über die Kulturen und Religionen der Völker dieser Welt; seinem Sohn, der Pfarrer geworden war, hat er einmal geschrieben: „Verachte keine Religion, denn sie ist dem Geist gemeint, und Du weißt nicht, was unter unansehnlichen Bildern verborgen sein könnte.“
@wv: „radikal“ (wörtliche Bedeutung: „die Dinge an der Wurzel packend“) ist für mich kein negativer Begriff, und „Frömmigkeit“ schon gar nicht !!! „Gemäßigt“ klingt mir zu sehr nach „bürgerlichem Mittelmaß,“ darum habe ich auch diesen Begriff nicht verwandt. Nein, ich habe schon sehr bewußt von Extremismus gesprochen. Merkmale eines frommen Extremismus: Schwarz-Weiß-Malerei, Neigung zu frommer Überheblichkeit und religiöser Polemik, moralischer Rigorismus, durchgehend wörtliches Verständnis der Bibel, Ablehnung historisch-kritischer Bibelauslegung, Verabsolutierung der eigenen Form des christlichen Glaubens als der angeblich einzig wahren. Merkmale eines atheistischen Extremismus: pauschale Verachtung und Verurteilung alles Religiösen, Diffamierung der Gläubigen, religionsfeindliche Polemik, die Behauptung, die Nicht-Existenz Gottes sei angeblich eine bewiesene Tatsache.
Nachtrag @avalon: mit provokanten Fragen habe ich kein Problem. „Provocare“ bedeutet bekanntlich „herausfordern,“ und eine Herausforderung ist ja nichts Negatives – eher im Gegenteil! Ich als Theologe lasse mich jedenfalls gern zu interessanten Diskussionen herausfordern.
Nachtrag @wv: danke für Deinen ausführlichen Nachtrag einschließlich Deiner biographischen Notizen zu Deinem spirituellen Werdegang. Darin, daß „radikal“ eine grundlegende Änderung meint und nichts Falsches/Schlimmes sein muß, stimmen wir überein. In meiner Erwiderung an @Biggi habe ich ihre synonyme Verwendung der Begriffe „radikal“ und „Extremist“ aufgegriffen und selber verwandt. Das ist sicherlich mißverständlich. Daß ich den Begriff „gemäßigt“ in meiner Erwiderung an @Thomas Mogut nur mit Vorbehalt benutzt habe, kannst Du an den Anführungsstrichen sehen, in die ich ihn gesetzt habe. Viele Begriffe verwenden wir sicherlich unterschiedlich. Aber darin, daß Glaube seinem inneren Wesen nach nicht Anpassung an kirchliche Ordnungen oder bloßes Fürwahrhalten kirchlicher Lehren, sondern eine lebendige innere Verbundenheit mit Gott meint, sind wir uns offenbar einig. Du schreibst von einem „innigen Streben nach einem realen Verhältnis mit Gott:“ das kann auch ich sofort unterschreiben.
Leider kann man die BA-Punkte nur an einen Antworter vergeben. Es sind viele interessante, fundierte und ebenso nachdenkliche wie nachdenkenswerte Antworten dabei, die beweisen, daß man auch sachlich kontroverse Standpunkte offen, engagiert, aber in gegenseitiger Achtung und ohne diffamierende Polemik diskutieren kann. Antworten, in denen Ihr auch – so wie es in meiner Frage angelegt war – von eigenen persönlichen Erfahrungen berichtet habt. Dabei geht es ja nicht um „richtig“ oder „falsch,“ sondern darum, die Position des anderen und die dahinter stehenden Anliegen und prägenden Erfahrungen zu verstehen, auch wenn man seine Auffassungen inhaltlich nicht teilt. In einer solchen Verständigung – und nicht im gegenseitigen Austeilen von Watschen – sehe ich den Sinn eines solchen Forums wie diesem. In diesem Sinne haben mir auch einige Eurer Antworten zu einem besseren Verständnis verholfen. Allen, die dazu beigetragen haben, vielen Dank!
Beste Antwort:
Answer by Remo
Radikal können beide “Gruppen” ein. Der entscheidende Unterschied ist aber, dass im Atheismus kein Missionierungsauftrag enthalten ist. Dies ist aber im Christentum der Fall.
Diesen Unterschied merkt man auch durchgehend in den Fragen und Antworten hier.
Im Kontakt zwischen Atheisten und Christen will der Atheist seine Ruhe vor Christen haben, die Christen aber die Atheisten nicht in Ruhe lassen sondern ihnen beweisen, dass es doch einen Gott (o.Ä.) gibt.
Das führt natürlich bei den Atheisten zwangsläufig dazu, dass sie von Christen abgenervt sind. Dies wiederum bringt die Christen auf die Palme.
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Answer by schicke E.Puffke
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